die kiwis neigen ja sehr zu superlativen, insbesondere wenn es um marketing für ihre produkte geht. jedes café hat awardwinning kaffee, jedes kleine kaff ist das am touristenfreundlichste in neuseeland, jede pie-bude hat die world famous pies etc. beim tongariro crossing, der angeblich besten tageswanderung in nz, haben sie ausnahmsweise nicht übertrieben. zumindest nicht aus unserer sicht.
wir haben uns morgens um 6 aus dem auto gequält bzw die qualen der nacht beendet. wir haben nämlich aufgrund der niedrigen temperaturen beschlossen, im auto zu schlafen statt zu zelten. unser nissan sunny supersaloon, den wir auf der südinsel hatten, war kein schlechter schlafplatz. und heidis toyota camry sieht ja fast genauso aus wie der supersaloon. ein paar zentimeter längere rückenlehnen sind jedoch entscheidend und so war die nacht einfach nur schrecklich und keine gute vorbereitung auf unser vorhaben. fazit: nicht im camry schlafen, es sei denn, man ist unter 1,50 m.
der sonnenaufgang über den bergen war fantastisch anzusehen, der himmel blau und rosa mit den unvermeidlichen wolken. der wetterbericht sagte übrigens regen und bewölkung voraus.
um halb acht sind wir dann endlich aufgebrochen und waren tatsächlich die ersten auf dem walk. es war ganz shön kalt, aber carsten meinte, wir würden später noch ordentlich schwitzen, schließlich sei ja sommer und oben wirds dann richtig heiß. da wusste er noch nicht, dass es in der nacht geschneit hatte und es oben minusgrade hatte.
das 2. viertel des walks war sehr anstrengend weil steil und wir wurden von den ersten profis überholt. manche wanderer trugen tatsächlich shorts und einer nur t-shirt. der wind blies heftig, aber die luft total klar und die farben atemberaubend. durch das weiß des schnees war die ganze landschaft viel kontrastreicher; es war so ein großes glück, dass es vorher geschneit hatte. leider war es zu ungemütlich zum pausemachen, innehalten und landschaft genießen. an einer stelle hielten wir trotzdem, da saßen wir kurz über einer heißen quelle auf dem boden, das hat den popo schön aufgewärmt. und just, als wir unten im tal ankamen (nach 6 stunden), fing es zu regnen an. also mal wieder alles richtig gemacht auf unserem best walk ever.
später hab ich gelesen, dass zwei der vulkane tatsächlich noch aktiv sind, zuletzt 1994/95 im winter hat der mt. ruapehu ein bisschen gehustet. da war die skisaison natürlich im eimer.
grüße,
tinsche
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