Donnerstag, 27. November 2008

alles roger...noch

liebe gemeinde,
ihr habt euch sicher gewundert (oder auch nicht, wenn man wie torben nur einmal in 8 monaten vorbeischaut), warum es keine neuigkeiten von uns gibt. wir waren die letzten tage, also seit samstag, dem 22.11., in der multimedialen diaspora von kambodscha, in banlung. das ist ganz im nordosten. dort gab es zwei internet anbieter mit highspeed internet. ein seitenaufruf hat ungelogen 10 min gedauert und so haben wir uns darauf beschraenkt, die bundesliga ergebnisse abzurufen und das wars.
doch zum ausgangspunkt: vor banlung waren wir in stung treng und wollten delfine sehen. dieses vorhaben wurde wie so manches hier durch die habgier und sturheit (und unseren geiz, koennten boese zungen behaupten) von touristen-neppern vereitelt. der erste anbieter wollte 80 $ von uns, damit er uns mit dem boot den mekong hochfaehrt zu den viechern. das haette insgesamt ca. 6 stunden gedauert. die alternative war, wir mieten uns ein moped, fahren selber hoch und mieten uns dort fuer das kurze stueck ein boot. das klang vernuenftig. wir sind also die niegelnagelneue strasse nach laos hochgeknattert, die uebrigens von den chinesen bezahlt wurde. kambodscha hat kein geld fuer strassen und ueberlaesst diese den nachbarlaendern, die natuerlich groesstes interesse daran haben, dass sie ihre waren schnell zum kunden bringen koennen. wir sind also in einem netten dorf gelandet, konnten jemanden mit boot auftreiben, doch was mussten unseren ohren vernehmen: 20$ wollte der gute herr fuer 2 stunden mit seiner kleinen nussschale. angesichts der tasache, dass ein grundschullehrer hier 30$ im monat verdient, kam uns diese summe etwas unangemessen vor und wir boten stattliche 10$. da dachte sich der kapitaen: hmm, statt mal eben auf die schnelle 10$ zu verdienen, verbringe ich doch lieber den nachmittag in meiner haengematte. er brauchte 10 minuten, um zu dieser entscheidung zu gelangen und wir knatterten erbost von dannen. wir hatten dann zwae noch einen wunderschoenen sonnenuntergang am mekong und unterwegs vielen netten kindern gewunken, aber unser entschluss stand fest: wir wollten weg aus kambodscha, dem land der dummdreisten hotelbesitzer, wo auslaender immerzu gemolken werden und einem dann noch gesagt wird, man tue ja gerade eine wahnsinnig gute tat, indem man 80$ fuer eine bescheuerte bootsfahrt zahlt zu delfinen, die sich eh nicht zeigen (wie wir spaeter erfahren haben). eine tour in dem nationalpark, die wir machen wollten, haette uns ca. 50$ pro tag und person gekostet, also auch ausserhalb des budgets. und wozu ueberhaupt?
zunaechst wollten wir also nach laos, das lag ja nur 100 km entfernt, und wir wollten ja eh die ganze zeit dorthin und haben haben es schweren herzens gecancelt. wir hatten schon das busticket gekauft, mussten dann aber feststellen, dass es kein visum an der grenze gibt. schoene scheisse. also doch weiter nach banlung, wie wir es urspruenglich vorhatten...
und dann kam doch wieder alles anders und gottseidank besser und ich musste wieder feststellen> der weg ist halt doch meistens das ziel. also nicht die strasse nach banlung, denn das war eine rote sand-lehmpiste. nach 2.5 stunden waren wir da.
man koennte meinen, banlung sei auf einer muellhalde erbaut. dann hat man ein bisschen roten sand dazu gekippt, um darauf zu fahren. ueberall ist feiner roter staub. und muell. aber es wird gebaut. die strassen werden erneuert bzw. ueberhaupt gebaut und es wird eine neue breite strasse direkt nach vietnam gebaut. die zahlen natuerlich die vietnamesen. macht auch mehr sinn...ist ja nicht so, dass es vietnam nur super strassen gibt, aber kambodscha ist wohl vielversprechender.
aber zum glueck haben findige touristen-nepper das zauberwort fuer die region entdeckt: oekotourismus. da es um banlung herum naemlich sehr nette plaetze gibt, haben sie sog. eco-lodges gebaut. die sind nett gelegen, haben bungalows oder huetten und man schoen viel geld dafuer verlangen. wir hatten richtig glueck und sind bei mrs. t gelandet. deren ecolodge ist citynahe, trotzdem an einem netten hang mit talblick und die tollen huetten haben bloss 5$ gekostet. bei mrs.t ging es sehr familiaer zu: kinder bespassen, ein schwaetzchen halten, abhaengen...und das essen war auch super. deshalb sind wir laenger als geplant dort geblieben und haben fast nichts gemacht. wir sind morgens sehr frueh wach geworden, gegen 6, was daran lag, dass wir abends um 9 ins bett sind (ja, nichtstun macht muede), und haben entweder rumgegammelt auf unserer terasse oder bei mrs. t oder haben kleine ausfluege gemacht, z.b. zu den laut reisefuehrer spektakulaeren wasserfaellen (15m, gaehn) oder dem kratersee (das einzige saubere gewaesser, das wir bis jetzt in indochina gesehen haben). das war alles nett und herrlich unspektakulaer. an einem tag wollten wir uns minderheiten doerfer ansehen, mehr aus langeweile, weil wir ja von diesem menschenzoo nicht viel halten. der weg fuehrte uns in nationalpark gebiet, eine achterbahn-piste aus rotem staub, die erstaunlich gut zu fahren war. in einer fiesen senke hatte sich ein unfall ereignet, ein fetter lkw lag im graben und wurde von einem anderen per winde rausgezogen. wir mussten warten, konnten ein bisschen glotzen und haben dabei vincent kennengelernt, einen franzosen, der seit 2.5 jahren dort lebt. er hilft den doerfern in den waeldern, ihre naturmedizin zu bewahren, die sie seit vielen jahrhunderten nutzen. was er in kuerze erzaehlte, klang so spannend, dass wir uns fuer den abend in seinem neuen cafe verabredet haben. und ueber den abend und seine geschichten werde ich einen separaten post schreiben. ich habe ja jetzt wieder internet. und zeit, denn nun sind wir wieder in phnom penh nach einer henkerfahrt im minibus und haben erfahren, dass unser weiterflug nach australien ueber bangkok am sonntag auf der kippe steht. muh! ich will hier raus!

das wars erstmal fuer heute mit den geschichten und dem lebenszeichen.

euen tinsche

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