ich haette ja nie gedacht, dass mein bauchspeck mal von einem alten vietnamesen durchgeknetet wird, aber gestern ist es tatsaechlich passiert. und das kam so: wir sind ja gerade auf dieser komischen insel, zu der ich noch ein paar worte spaeter finden werde. da das wetter nicht so super und das strandrumgehaenge eh nicht unser ding ist, haben wir mal wieder ein motorrad ausgeliehen und sind die insel runtergefahren. mittags waren wir an einem netten strand, der endlich den weissen sand und das tuerkisfarbene wasser aus dem reisefuehrer hatte, und haben dort auch was gegessen. ich habe meiner neuen leidenschaft fuer eiskaffee auf vietnamesisch gefroent (dicke, stark gesuesste kondensmilch, starker kaffee und viel eis - da kann jeder starbucks einpacken). nach dem mahle haben sich fiese bauchkraempfe bei mir eingestellt. wir sind trotzdem losgeknattert, aber nach kurzer zeit musste carsten anhalten, weil ich nicht mehr sitzen konnte. eigentlich konnte ich gar nix mehr und war ziemlich fertig. da in vietnam nichts unbemerkt bleibt, und schon gar nicht, was wir so treiben, wurde unsere pause am strassenrand von einer tuechtigen vietnamesin bemerkt, die mit einem oel meinen bauch bearbeitete. zunaechst im stehen, dann wurde ich in ein nahestehendes "haus" gezerrt, wo ich mich auf einen stuhl setzen durfte. die frau knetete meinen bauch durch und dabei das oel rein und es tat hoellisch weh. dann machte sie an meinen knien (?) weiter. der neue schmerz lenkte kurzfristig von meinem anderen problem ab, ausserdem war ich neugierig und so liess ich sie weitermachen. als sie fertig war, ging es meinem bauch nicht besser und so beschloss sie kurzerhand, mich zu sich nach hause mitzunehmen. randbermerkung: sie konnte natuerlich kein englisch und wir immer noch kein vietnamesich. dort wurde ich dann ihrem vater anvertraut. der ist mindestens 65 und hatte eine art parkinson, aber seine haende konnten noch fester kneten als die der tochter. ich musste mich auf eines der drei riesen-betten legen (ich schaetze, die haben mindestens zu 10 dort gewohnt, also grosseltern und zwei jungfamilien und jede familie hat in ihrem bett geschlafen) und auf gings los. auch hat das oel verwendet und mir zusaetzlich in den ruecken und in die schultern gekniffen. zum abschluss der behandlung bekam ich dann noch eine art "magenbitter" und wurde entlassen. es war ein merkwuerdiges erlebnis, einfach so bei diesen leuten in der stube zu liegen und sich den koerper durchkneten zu lassen. dazu die verstaendigung ohne worte bzw. der alte hat schon die ganze zeit auf mich eingeredet, aber was, weiss ich auch nicht...jedenfalls ging es mir danach wirklich besser und ich konnte endlich aufs klo. jetzt hab ich zwar kleine bluterguesse am bauch, auf den knien und an den schultern, aber egal. durch diese gereibe und geknete (ach ja, in den ohren uebrigens auch) ist unglaublich viel waerme und energie entstanden, die ich den ganzen tag gespuert habe. und abends konnte ich schon wieder essen, juhu!
dies ist uebrigens eine geschichte aus der rubrik: nettigkeiten einfach so und ohne gegenleistung, die carsten erwaehnt hat.
wahrscheinlich denken die leute am strand, carsten hat mich vermoebelt. naja, morgen sind wir weg :)
gruss,
tinsche
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1 Kommentar:
Hallo Martina, der alte Exorzist hat dich mit Sicherheit murmelnd und Unterhautfettgewebe-walkend von bösen Geistern befreit:-)
Wünsche dir & Carsten weiterhin viel Spaß bei eurer Reise und haltet uns auf dem laufenden!!!
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