Donnerstag, 6. November 2008

im mekong delta

daran, dass ich grad so haeufig schreibe, koennt ihr erkennen, wie spannend die staedte unseres aufenthalts sind. wir sind seit gestern mittag im mekong delta.
gestern vormittag waren wir noch eben in saigons historischem post-office, um unsere frisch geschneiderten klamotten und diverse andenken nach deutschland zu schicken. wir hoffen, dass das paeckchen vor uns ankommt, es dauert wohl 2-3 monate (!!!). ich frage mich, wie das paeckchen unterwegs sein wird. selbst mit den langsamsten bussen hier kommt man doch schneller voran...
das auschecken aus unserem "hotel" findet auch eine erwaehnung. unsere uralte vermieterin (tatsaechliche groesse: 1.55 m, wegen-buckel-groesse: 1.30 m) hat diesmal als sprachrohr ihre nachbarin gewaehlt und mich an der hand rueber zu ihr in die bude gezerrt. dabei laechelt sie ganz verwegen und entbloesst ihre roten, betelnuss-gefaerbten zahnstummel. einfach liebenswert. die nachbarin war unglaublich dick und lag wie ein kaefer auf dem ruecken auf dem bett ihrer wohnstube (ihr wisst schon, da wo der fernseher und das motorrad und der schrein stehen). von dort aus erteilt sie befehle an ihren mann und ihre soehne. sehenswert!

weiter gings dann nach vinh long, von wo aus man angeblich so tolle fahrten im delta unternehmen kann. leider haben wir uns einen beschissenen tour-unternehmer gesucht (es gab nur zwei...) und unsere heutige tour hat ganz schoen fuer unmut gesorgt. es war mal wieder die absolute kaffeefahrt, bloss dass wir zusaetzlich fast zwei stunden rumgesessen sind, um auf das naechste boot zu warten. die bootsfahrt an sich war nett, aber die netto-schoene-zeit betrug vielleicht 2 stunden von 6. unsere beschwerde traf natuerlich auf taube ohren. das hat uns ganz schoen sauer gemacht und die gute laune war dahin. wir wollten nur noch weg aus rip-city.
der lokale bus sollte uns in eine schoenere stadt bringen. der busfahrer-scherge (bei und der kartenabreisser) wollte uns erstmal so richtig bescheissen. normaler preis: 10.000 dong. er wollte pro person 50.000 dong. carsten meinte, eigentlich sollte man ihm dafuer erstmal eine scheuern und nochmal fragen, wie teuer eine fahrkarte ist. wir haben uns dann auf 15.000 pro person geeinigtl, weil wir so grosse rucksaecke haben. die fahrt war sehr lustig und genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. der bus hatte keine stossdaempfer mehr, der scherge ist zwischendurch raus und hat fuer frauen an bord brot gekauft, wem danach war, hat geraucht und zwei gaense waren auch dabei. so langsam waren wir wieder versoehnt.
kurze anmerkung: im kleinen sind die vietnamesen sehr frei: sie koennen rauchen, wo sie wollen, ihren muell wegschmeissen, wo sie wollen, mit dem motorrad gegen so ziemlich jede regel verstossen, ohne dass es geahndet wird....dafuer duerfen sie z.b. nicht frei waehlen bzw. es gibt nur eine partei.
da der busbahnhof von can tho ausserhalb liegt, mussten wir mit der faehre uebersetzen und wurden bereits dort auf eine deutsche reisegruppe von betraechtlichem koerperumfang aufmerksam. die waren dann so nett, dass sie uns in ihrem bus mit in die stadt genommen hatten. echt toefte!
can tho ist bis jetzt so geht so. wir wollen morgen nochmal mit dem boot los und dann weiter richtung insel phu coc. sind beide etwas stadt- und vietnamesen ueberdruessig und wollen ruhe.

tschoe mit oe,
tinsche

2 Kommentare:

schnipoh hat gesagt…

Was ist denn überhaupt mit Fotos, um uns hier "zurück Gebliebenen" bei Laune und der Stange zu halten? Eine Oma mit Buckel und dafür ohne Kauleiste in Nahaufnahme muss es nicht gerade sein, aber bei vielen anderen Details eurer Erlebnisse bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich genug Fantasie habe, um mir das 1:1vorzustellen!
Es drückt euch herzlich: Schnipoh

Unknown hat gesagt…

huhu ihr zwei,
bin immer sehr gespannt auf neue erzählungen!
saigon fand ich trotz dauer-mopet-knattern und dem typisch asiatischen chaos toll!
natürlich ist es nicht die französische riviera, aber das macht eine solche stadt/ein solches land gerade spannend für mich.
der rip off und die vielen bettler hab ich nicht als haupteindruck in erinnerung. vielmehr die große herzlichkeit der leute, die im dreck leben und wahrscheinlich für die summe, die wir für ein bier hinlegen, eine woche ihre 10 köpfige family ernähren. kein wunder dass es manche zumindest versuchen vom wohlstand der "farangs" zu profitieren.

seid ganz lieb gegrüßt und weiterhin viele spannende abendteuer,
esther :-)