ich habe noch nicht von dem besuch bei hangs familie in lao cai berichtet. zur erinnerung: wir haben das motorrad ihres schwiegervaters geliehen, als wir in lao cai waren, um carstens 2. impfung abzuholen.
familie nguyen (so heissen fast alle vietnamesen) wohnt in einem typischen haus. die archtitekten haben hier noch nichts von goldenem schnitt gehoert und lieben andere proportionen als wir. sie bauen mehr so nach dem motto: hilfe, mein haus ist ein schlauch. man kann zwar mit licht einiges machen, macht man aber nicht. die haeuser sind ca. 3 m breit und 15 m tief und gehen meist ueber zwei stockwerke. eine haustuer gibt es nicht, sondern eine art tor ueber die komplette breite, denn jeder treibt ja irgendwie geschaefte in der stube.
der erste und einzige raum unten ist also die wohnstube. herzsteuck dieser stube ist der fernseher, der ununterbrochen laeuft. hier wird auch gegessen und der tag verbracht. gemuetlich nach unserem empfinden ist es nicht die bohne.
nach der wohnstube kommt nackter gestampfter lehmboden. es schliesst sich an eine art gang, der zu "kueche", die eine art feuerstelle mit zwei gasplatten ist und dem "bad". dort befindet sich lediglich ein loch im boden und es steht ein fass mit wasser. fliessend kaltes und warmes wasser gibt es nicht. neben dem waschraum ist ein kleiner huehnerstall. vor der kueche zweigte noch eine kleine ecke mit grossem bett ab. die eltern bewohnten das obere geschoss, hang wohnt unten mit ihrem kind und den schwestern ihres mannes. ihr mann wohnt gar nicht da, sondern arbeitet in sapa. die beiden haben einen tag in der woche frei, an dem sie sich sehen koennen. dummerweise arbeiten beide in hotels und so ist es nicht immer derselbe tag. die zwei wochen urlaub, die sie pro jahr haben, fallen auch nicht zusammen. hang arbeitet in einem business hotel, die gaeste sind fast alles chinesen. es gibt sogar ein kasino, das aber fuer vietnamesen nicht zugaenglich ist. wie wir heute gehoert haben, liegt das durchschnittseinkommen bei ca. 100 $ im monat.
die eltern und schwestern waren unheimlich gastfreundlich zu uns, obwohl wir uns nur mit haenden verstaendigen konnten. ich glaube, sie waren irgendwie stolz, uns als gaeste zu haben. die nachbarn haben natuerlich auch alles mitbekommen. doof bloss, dass wir nicht mitbekommen haben, was sie ueber und zu uns gesagt haben.
hangs schwaegerin hat sehr lecker gekocht, es war bloss zuviel, weil uns der schwiegerpapa staendig die schuessel nachgefuellt hat. am bahnhof mussten wir uns dann erstmal einen verdauungsvodka kaufen. die rueckfahrt im zug nach hanoi war furchtbar, aber es ist ja schon ein paar tage her und so gut wie vergessen.
dies also ein nachtrag zum alltagsleben in vietnam. wir sind sehr froh, dass wir hang kennengelernt und diesen einblick bekommen haben. und das alles nur wegen dem hund und der tollwutimpfung...
es gruesst euch
tinsche
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