Dienstag, 28. Oktober 2008

nach sonne kommt flut...

wir befinden uns mitten in sintflutartigen regenfaellen in hue und es hoert nicht auf. aber der reihe nach: am samstag abend haben wir hanoi verlassen. es war zwischendruch reallz hannoying dort, aber am ende fanden wir es schon ziemlich gut. nach 13 stunden hat uns der nachtzug in hue ausgespuckt. unser schlafabteil haben wir mit rosie und elaine, zwei toeften ruestigen rentnerinnen aus england geteilt. die beiden sind mit schaetzungsweise 65 und 70 jahren die aeltesten backpacker, die wir gesehen haben. blinderpassagier war anfangs eine kakerlake, die rosie beherzt mit carstens schuh niedergestreckt hat. zur belohung gabs einen vodka. unterwegs haben wir viele ueberschwemmungen gesehen und das schlimmste befuerchtet, es hat uns dann sonnenschein erwartet. in hue gibts zwei plagen: moskitos und hotel-und restaurantbesitzer. gegen letztere gibts leider kein spray. in hue scheint die hotelschwemme besonders schlimm als anderswo. es gibt pro tourist mindestens 20 freie zimmer und dementsprechend penetrant sind die akquisemethoden. jeder, der geld uebrig hat, baut ein hotel. eine standortanalyse gibts nicht, allein die tatsache, dass es bereits 500 hotels und guesthouses gibt, scheint beweis fuer deren notwendigkeit. es gibt sogar ein 5sterne hotel. dieses verfuegt ueber ein casino. eine herbe enttaeuschung: slotmachines und computer-blackjack und roulette, ein einsamer anderer asiate (vietnamesen duerfen ja nicht spielen) und 5 dienstbeflissene angestellte, die wie kaugummi an uns klebten. also nix wie raus. in unserem hotel ist das personal auch sehr aggressiv, aber wir haben es geschafft, ausser einem motorrad keine tour dort zu buchen.

mit dem motorrad haben wir einen netten ausflug in die umgebeung unternommen. wir waren am strand und dort die einzigen gaeste ueber einen abschnitt von 2 km. leider waren wir nicht die einzigen menschen, denn es gab ungefaehr alle 20 m eine strandbude, die uns getraenke und liegestuehle andrehen wollte. desweiteren haben wir an diesem tag sehr sehr viele schulkinder gesehen (die vietnamesen sind unglaublich produktiv), fuer die wir natuerlich die attraktion waren. die kinder sind schrecklich suess, aber manchmal habe ich den verdacht, dass sie uns ganz schoen freche sachen sagen. egal! und wir wissen nun endlich, wie man raeucherstaebchen macht. um fotos machen zu duerfen, mussten wir natuerlich auch welche kaufen, die wir nun mit uns rumschleppen. bei unserer tour sind wir richtig schoen braun geworden. die vietnamesinnen denken wahrscheinlich, ich ticke nicht mehr sauber, weil ich meine helle haut braeune. die frauen hier tragen bei 30 grad gerne handschuhe bis ueber den ellbogen und eine gesichtsmaeske mit laetzchen, umd das dekollete zu schuetzen. gehen sie auf der strasse in der sonne, tragen sie stets einen schiem oder hut oder haltens ich sonst was vor das gesicht. fast alle kosmetikprodukte enthalten bleichmittel, egal ob seife oder creme.

seit gestern abend regnet es leider fast ohne unterlass und die felder sind maechtig ueberschwemmt. wir haben heute eine tour in die ehemals entmilitarisierte zone gemacht (dmz). unser guide war ein ehemaliger soldat der suedvietnamesischen armee und kaempfte mit den amerikanern. es war sehr interessant, seine sichtweise zu hoeren, denn bis jetzt haben wir kaum kritisches gegen die viet cong gehoert. besonders beindruckend war ein unterirdisches tunnelszstem, in dem ein ganzes dorf lebte. wir waren dort ganz alleine mit dem guide und es war zwischendurch beaengstigend. und eng. vorallem fuer carsten, der guide und ich konnte oft geradeso aufrecht gehen. ich moechte gerne amerikanische touristen in dem tunnel sehen. die bleiben bestimmt stecken. die anderen kriegsschauplaetze sind heute alle ueberwachsen, kaum zu glauben, was hier vor mehr als 30 jahren passiert ist.

jetzt wollen wir nur noch weg, wir haben genug wasser von oben gehabt und fahren morgen weiter mit dem bus nach sueden. mit von der partie sind wieder rosie und elaine. ich wuerde liebend gerne fotos einstellen, aber die drecksrechner in diesen komischen hotels machen nicht so, wie ich will. also spaeta dann! spaetestens von zuhause aus. an das ich gerade so ueberhaupt nicht denke.

gruesse von tinsche

p.s. mihi, wann bekomme ich endlich mal eine email von dir? oder bist du gar in israel?
pp.s. muessen wir uns sorgen um unser erspartes machen? was geht?

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mihi ist auf einer siebenmonatigen Kreuzreise einmal um die Welt...welches Erspartes denn eigentlich?

Anonym hat gesagt…

yo carsten yo tinsche, frechheit, was ihr so erlebt, scheiß reutlingen - bald hab ich nen gig in athen und nächstes jahr in rom und russland, dann seh ich auch mal wieder was anderes als mutant city.

ich lese alle eure berichte und bin bei euch. nächster trip geht auf den mond dann zum mars saturn alpha centaurie, die xy galaxie und in lichtgeschwindigkeit kommt ihr gestern wieder zurück und fangt das ganze nochmal von vorne an. ich hab noch einen geilen namen für eine imbiss bude "brat pitt", adeeeee

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
schnipoh hat gesagt…

...mir fällt zwar zum blog grad nix wirklich Geistreiches ein, aber die Pommeshöhle mit dem schönsten Namen, die ich kenne, lautet "Schlemmergarten". Steht direkt an der Einfahrt zur MVA (das ist kein Witz).